Soziale Gerechtigkeit – Zeit für Visionen

Die GRÜNE JUGEND Brandenburg kämpft für eine gerechte Welt. Keine Person darf aufgrund von Geburtsort,Geschlecht, sozialem Habitus, Einkommenssituation, Sexualität, Alter oder Aussehen diskriminiert werden.

Oberstes Ziel ist es, ein gutes Leben für alle Menschen mit gleichem Zugang zu Ressourcen, politischen Teilhabeperspektiven und echter Chancengleichheit zu ermöglichen. Dabei müssen wir vor allem bei den Schutzbedürftigsten der Gesellschaft anfangen. Jedes fünfte Kind lebt aktuell in Brandenburg in Armut. Wir fordern eine sofortige Überfinanzierung in allen Lebensbereichen, die für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen entscheidend sind.

Wir fordern eine Bundesratsinitiative, welche sich für die Kindergrundsicherung einsetzt. Diese darf sich nicht nur auf die Sicherung der Grundbedürfnisse beschränken, sie muss auch für die volle Entfaltungsmöglichkeit von Kindern sorgen. Das Einkommen der Familie darf nicht mehr über eine gute Zukunft entscheiden.

Damit eine gute Zukunft für Kinder, Jugendlicheund junge Erwachsene nicht am Geldbeutel scheitert, fordern wir außerdem:

  • mehr Lernorte ohne Bezahlzwang, dazu zählen auch bessere Öffnungszeiten der Bibliotheken
  • Abschaffung aller (insbesondere versteckter) Studiengebührendie Ausweitung von Sozialtickets für Kultur-, Musik-und Sportangebote
  • das Recht auf bezahlbaren Wohnraum, besonders für Studierende und Auszubildende
  • guter Betreuungsschlüssel und individuelle Förderung in Bildungseinrichtungen, damit Nach-hilfe, die häufig eine starke finanzielle Belastung mit sich bringt, gar nicht erst von Nöten ist


Eine sozial gerechte Gesellschaft ist darüber hinaus nur möglich, wenn sich der Arbeitsmarkt revolutioniert. Gerade in Brandenburg, wo wir durch den kommenden Kohleausstieg vor großen Umbrüchen stehen, brauchen wir neue Wege.

Dem in fast allen Berufen dauerpräsenten Leistungsdruck sagen wir den Kampf an! Der stetige Druck raubt Kreativität und die Chance sich zuindividuell zu entfalten. Doch vor allem macht er krank: Schon heute fühlt sich jede*r Zweite von einem Burn-Out bedroht. Für uns liegt ein Teil der Lösung auf der Hand: Steigende Produktivität sollte nicht in erster Linie einem stetigen Wachstum des Bruttoinlandsproduktes dienen, sondern der Reduktion der Regelarbeitszeit. Sprich: Mehr Freizeit für alle -bei gleichem Wohlstandsniveau.

Wir wollen wegkommen von dem Dogma, dass immer mehr produziert werden muss. Dass Menschen in Brandenburg und Deutschland in Armut leben, liegt nicht an vermeintlich zu geringer Wirtschaftsleistung, sondern an der unfairen Verteilung von Einkommen und Vermögen. Der Kuchen ist nicht zu klein, sondern ungerecht aufgeteilt. Um Armut zu bekämpfen, muss auch Reichtum bekämpft werden – dafür streiten wir auf allen Ebenen.

Ungerechte Einkommensverteilung äußert sich durchschlechte Bezahlung in vielen Berufen, besonders hart trifft es die Care-Arbeit. Bei der Transformation der bezahlten und unbezahlten Arbeit müssen wir der Care-Arbeit einen viel größeren Stellenwert zuschreiben. Die wichtigsten Berufe für unsere Gesellschaft dürfen nicht weiter für die schlechtesten Lebensbedingungen sorgen.Egal ob Erzie-hung von Kindern, Pflege von Alten oder Kranken: Neben der schlechten Bezahlung muss auch der Produktivitätszwang dringend weichen – denn hier bedeutet Qualität vor allem ausreichend Zeit für individuelle Betreuung.

Wir fordern:

  • Eine Arbeitswelt mit Freiräumen, statt Leistungszwang
  • Umdenken hin zu einer wachstumskritischen und nachhaltig orientierten Wirtschaftsweise
  • Menschlichkeit im Care Sektor möglich machen: Produktivitätszwang aufheben
  • den Care-Sektor zu entprivatisieren und angemessen zu entlohnen
  • Arbeitszeiten zu verkürzen und so wieder platz für das wirkliche Leben zu machen
  • Formen des solidarischen Grundeinkommens prüfen und in einer Modellregion wissenschaftlich begleitet testen

Darüber hinaus fordern wir zu Stärkung der ländlichen Räume:

  • Weitere Etablierung von Home Office
  • die Einführung der anonymisierten BewerbungsverfahrenWeitere Etablierung von Home Office

Um Diskriminierung in Einstellungsverfahren vorzubeugen, setzen wir uns für anonymisierte Bewer-bungsverfahren ein.

Beschluss der Landesmitgliederversammlung am 07.03.2020 in Cottbus.