23. JUNI 2021 AM ALTEN MARKT, POTSDAM

Du hast kein Bock mehr auf Ungerechtigkeiten, schlechte Ausstattung und psychischen Druck?
Wir auch auch nicht!

Egal ob in Uni, Schule oder Ausbildungsbetrieb: Wir brauchen jetzt Veränderungen!
Deshalb fordern wir gemeinsam mit den Jusos und der Linksjugend [’solid] u.a.:

Ausbau der Gesamtschule als Schule für alle
Öffnung des Bafögs für alle
Ausarbeitung von Konzepten für einen sicheren Präsenzbetrieb an den Universitäten ab Wintersemester 21/22

Für diese Forderungen und noch mehr wollen wir am 23. Juni um 14:00 Uhr auf die Straße gehen! Am Alten Markt 1, direkt vor dem Landtag.
Diese zu lange verschleppten Probleme müssen jetzt angepackt werden, deshalb schließe dich unserem Protest an!
#gerechtigkeit #school #uni #universität #azubi #ausbildung #brandenburg #potsdam


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WIR FORDERN BILDUNGSGERECHTIGKEIT FÜR AUSZUBILDENDE, STUDNT:INNEN UND SCHÜLER:INNEN!

Die ungleichen Start- und Erfolgschancen im deutschen Bildungssystem sind spätestens seit den PISA-Studien kein Geheimnis mehr. Die außergewöhnlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie decken dabei weiterhin bestehende Missstände auf und verschärfen diese weiter.
Die Ausstattung der Schüler:innen mit digitalen Endgeräten schreitet langsam voran, doch vielen Schulen mangelt es weiterhin an einer ausreichenden digitalen Infrastruktur. Während an einigen Schulen der Hybridunterricht zuverlässig umgesetzt werden kann, mangelt es an anderen Schulen weiterhin an Whiteboards, Beamern und WLAN.
Um daraus resultierende ungleiche Bildungschancen zu reduzieren, muss die Ausstattung der Schulen verbessert und die Anbindung an schnelles Internet ermöglicht werden.

Unter den Schulen mit mangelnder digitaler Infrastruktur sind die Oberschulen stark vertreten. Diese Benachteiligung von Oberschüler:innen wurde durch die Coronapandemie offenbart, stellt jedoch nur einen Teil der Probleme dar. Die Aufteilung der Schüler:innen auf Gymnasien, Oberschulen oder auch Hauptschulen bestimmt die Bildungs- und letztlich die Berufschancen bereits ab der 4. oder 6. Klasse. Das Schulsystem ist dabei nur in der Theorie durchlässig.
Daher fordern wir kurzfristig die Förderung der Durchlässigkeit des Schulssystems von unten nach oben (von der Oberschule zum Gymnasium) und langfristig den Ausbau der Gesamtschule als Schule für alle.

Unterrichtsausfall und Distanzunterricht in der Coronapandemie stellen Lehrkräfte und Schüler:innen vor besondere Herausforderungen. Unter diesen Bedingungen konnten nur selten die gleichen Inhalte vermittelt werden wie in Jahrgängen vor der Pandemie. Die Reduktion der Pflichtnotenzahl pro Schüler:in und die Möglichkeit der Reduktion des Zeitumfangs von Klassenarbeiten und Klausuren sind ein wichtiger Schritt, um unter diesen Bedingungen den Druck auf die Schüler:innen nicht unnötig zu verstärken. Der Druck auf die Schüler:innen wird bei der Rückkehr zum status quo jedoch voraussichtlich wieder steigen.
Wir fordern daher, dass die Ergebnisse der kommenden Erhebungen der Lernausgangslagen dafür genutzt werden, die Inhalte der kommenden Prüfungen zu reduzieren und so den besonderen Herausforderungen dieser Generation gerecht zu werden. Eine zusätzliche, verpflichtende Beschulung in den Schulferien lehnen wir ab.

Schule sollte nicht nur für den fachlichen Bildungszuwachs von Schüler:innen verantwortlich sein, sondern gleichzeitig deren psychische und soziale Gesundheit im Blick haben. Soziale Kontakte konnten im Distanzunterricht nur digital unterhalten werden und kooperative Lernformen waren nur begrenzt möglich.
Wir fordern dementsprechend, dass in diesen Sommerferien Betreuungsmöglichkeiten für so viele Kinder und Jugendliche wie möglich geschaffen werden. Wir begrüßen die Vorschläge, dabei auch freie Bildungseinrichtungen und Jugendherbergen einzubeziehen, um soziale und kulturelle Angebote auch für Kinder und Jugendliche aus finanziell schwachen Familien zu schaffen.

Schülerinnen und Schüler waren in diesen anderthalb Jahren mit besonderen Schwierigkeiten konfrontiert. Distanz- und Wechselunterricht können den Präsenzunterricht nicht gleichwertig ersetzen. Dennoch war die Beschulung im Wechselunterricht seit Ende April ein wichtiger Schritt hin zu mehr Normalität. Davon sind Stundent:innen aktuell noch weit entfernt. Sie befinden sich seit März letzten Jahres im Lockdown. Für sie gab es bis auf wenige Ausnahmen keinen Wechselunterricht geschweige denn Präsenzunterricht. Die Stundent:innen dürfen nicht länger vernachlässigt werden. Während die Lage der Schüler:innen zumindest medial präsent war, wurden die Student:innen bis jetzt vergessen.
Wir fordern daher die Erarbeitung von Maßnahmen, damit die Student:innen ab dem Wintersemester 2021/2022 wieder an den Universitäten studieren können. Kurzfristig sollte dabei die Erhöhung der Präsenzplätze von Bibliotheken im Fokus stehen, um zumindest das individuelle Lernen der Studen:innen nicht zusätzlich zu erschweren.

Auch finanziell wurden Student:innen in der Coronapandemie stärker belastet als andere Bevölkerungsschichten. Ihre Jobs wurden als erstes aufgrund der pandemiebedingten Schließungen der Betriebe gekündigt. Für viele fiel damit die einzige finanzielle Einnahmequelle weg. Obwohl viele Student:innen aus unterschiedlichen Gründen keine finanzielle Unterstützung von ihren Eltern erhalten, gelten sie nicht als BAföG- berechtigt.
Um die finanzielle Situation der Student:innen auch nach der Coronapandemie zu stärken, fordern wir eine Öffnung der BAföG-Ansprüche für alle Student:innen unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Eltern.