Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg veröffentlichte am vergangenen Dienstag, den 12. Mai 2020, neue Zahlen zur Armutsgefährdungsquote. Demnach sind 40,8% der 25-65 Jährigen mit einem „niedrigen Bildungsabschluss” gefährdet, von Armut betroffen zu sein.

„Diese Zahlen zeigen erneut auf, dass unser Ausbildungs- und Wertesystem kaputt ist. Diese Zahlen müssen uns aufrütteln. Es kann nicht sein, dass ein gutes Leben so stark vom Bildungsabschluss abhängt. Auch wenn dies langsam als Problem von der Koalition in Brandenburg wahrgenommen wird, reicht es nicht, einfach mehr Lehrkräfte einzustellen. Wir müssen unser Schulsystem neu denken. Die Teilung nach der Grundschule muss aufhören. Stattdessen brauchen wir eine Schule für alle, die auf die individuellen Bedürfnisse und Talente der Schüler*innen eingeht. Es muss Angebote für kostenlose Nachhilfe von Fachkräften geben, gerade während der derzeitigen Pandemie.“

„Menschen mit niedrigerem Schulabschluss dürfen gesellschaftlich und strukturell nicht abgewertet werden. Es zeigt sich auch im Bereich der Pflege, wie gesellschaftsrelevanten Berufen seit Jahren die gebührende Anerkennung verwehrt wird. Es darf nicht bei Worthülsen bleiben. Es muss Bonus-Zahlung, einheitliche Tariflöhne und vor allem eine gesellschaftliche Verankerung von Respekt und Anerkennung für Ausbildungsberufe geben!” ergänzt Gerrit Alino Prange, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Brandenburg.