Am 19. Januar 2007 veranstaltete die GRÜNE JUGEND Brandenburg ein Seminar zum Thema Homosexualität, an dem insgesamt zehn Personen teilnahmen. Die Veranstaltung wurde von Uwe Fröhlich aus dem Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg moderiert.

Als Referenten geladen waren Bastian Finke von der Opferberatungsstelle MANEO, die speziell für Menschen eingerichtet worden ist, die aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung Gewalt erfahren mussten und Oliver Jütting von Queer Grün Berlin.

Bild Seminar HomosexualitätIn den Diskussionen wurde vor allem die immer noch weit verbreitete Diskriminierung von Homosexuellen beleuchtet: Wer sich
in der Öffentlichkeit als schwul oder lesbisch zu erkennen gibt, wird leicht Opfer von Beschimpfungen oder sogar körperlicher Gewalt.

„Die Bezeichnung „schwule Sau“ ist das häufigste Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen“, beklagte Bastian Finke. Dies bleibe ohne Konsequenz. Man stelle sich einmal vor, was hingegen mit eineR/M SchülerIn geschehe, die/der das Wort „Judensau“ verwende.

Sogar die Hochzeit in Standesämtern bleibt gleichgeschlechtlichen Paaren in vielen Kommunen Brandenburgs verwehrt. Stattdessen wird eine Lebenspartnerschaft im Ordnungsamt eingetragen. Ein schneller Behördengang, wenig feierlich und menschenunwürdig, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei eigentlich um den schönsten Moment des Lebens handeln sollte.

Insgesamt zeigen die im Seminar gewonnen Erkenntnisse, wie sehr Schwule, Lesben und Bisexuelle selbst in Deutschland jeden Tag benachteiligt werden. Für eine wirkliche Emanzipation homosexueller Menschen sind sowohl noch gesetzliche Änderungen als auch ein
gesamtgesellschaftliches Umdenken erforderlich.