Was hält die GRÜNE JUGEND Brandenburg von der Radverkehrsstrategie 2030 des Infrastrukturministeriums?

Es gibt einige gute Vorstöße der Landesregierung. So soll beispielsweise das Amt einer*eines Radverkehrsbeauftragten geschaffen werden. Außerdem freuen wir uns über das Vorhaben, Fahrradverleihsysteme in die VBB-Tarife zu integrieren. Insgesamt jedoch beurteilen wir die Radverkehrsstrategie als lückenhaft, visions- und ambitionslos.

 

Was die GRÜNE JUGEND Brandenburg in der Radverkehrsstrategie 2030 vermisst:

  • Ambitionierte Ziele: Die Landesregierung möchte den Anteil von Fuß, Rad und ÖPNV am Gesamtverkehr bis 2030 auf über 50 % erhöhen. Zum Zeitpunkt der letzten Erhebung (2008) lag der Anteil bei 47 %. Ist eine Steigerung von 3 % innerhalb von 22 Jahren alles, was Rot-Rot sich zutraut? Wir fordern die Regierung auf, sich endlich ordentliche Ziele zu setzen! Wir trauen Brandenburg zu, noch weit vor 2030 die 60-Prozent-Marke zu knacken!
  • Bessere Kofinanzierung: Eine Mindestförderung aller Radverkehrsprojekte könnte den Ausbau des Radwegenetzes erheblich beschleunigen. Unsere Idee: Landkreise und Gemeinden sollen die Kosten all ihrer Bauvorhaben zur Verbesserung der Radinfrastruktur maximal zu einem Drittel selbst tragen. Soweit dies nicht bereits durch Bundesmittel oder europäische Fonds geschieht, sollen die übrigen zwei Drittel aus Landesmitteln finanziert werden.
  • Radverkehr darf nicht nur für kurze Wege in Betracht gezogen werden. Gute Radinfrastruktur muss es ermöglichen, auch lange Strecken bequem mit dem Rad zurückzulegen.
  • Mehr Radschnellwege: Hindernisfreie Radschnellwege zwischen allen benachbarten Städten sollten ein zentrales Anliegen der Landesregierung sein!
  • E-Bikes auf langen Strecken zu einer Alternative machen: Auf weiteren Strecken kann das Pedale treten ganz schön anstrengend werden – es braucht eine Ladeinfrastruktur, damit Radler*innen an ihrem Arbeitsplatz oder Bahnhof problemlos Strom tanken können.
  • Initiative zur Aufstellung öffentlicher Luftpump-Stationen.
  • Priorität für Radwege: Ist der Platz neben einer Straße begrenzt, müssen Radwege Vorrang vor Parkplätzen haben.
  • Ende der aufgemalten Seitenstreifen – es braucht eine bauliche Trennung von Straße und Radweg!
  • Fahrräder vor Diebstahl schützen und Abstellmöglichkeiten schaffen: Für Pendler*innen und Unternehmungslustige reichen die Möglichkeiten oft vorne und hinten nicht – mehr Stellplätze und mietbare Abstellboxen können gerade an einsamen Bahnhöfen Abhilfe schaffen.

 

Hier geht’s zur Radverkehrsstrategie 2030: http://www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.544418.de