Potsdam, den 30.06.2017
Lieber Landesschüler_innenrat,
wir begrüßen es, dass ihr die diesjährigen Bundestagswahlen zum Anlass nehmt, um Diskussionsforen in brandenburgischen Schulen zu organisieren. Was wir jedoch nicht nachvollziehen können ist, dass ihr zu diesen auch die Junge Alternative eingeladen habt. Dazu möchten wir in diesem offenen Brief Stellung nehmen.
Eine Grundlage unseres alltäglichen politischen Handelns ist die Auseinandersetzung mit und der Kampf gegen rassistische, sexistische und menschenverachtende Positionen. Egal ob in Workshops, Seminaren, bei subkulturellen, alternativen Kulturveranstaltungen oder aber auf der Straße: wir engagieren uns konsequent gegen Neonazis und Rechtspopulist_innen. Dabei unterstützen wir als landesweit agierende Jugendverbände all Jene, die zum Beispiel in Schüler_inneninitiativen alleine gelassen werden mit ihrem Engagement. Uns geht es darum, diese Strukturen zu stärken, zu vernetzen und auszubauen. Dabei schrecken wir nicht vor der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Rechtspopulist_innen und Neonazis zurück. Allerdings lehnen wir es strikt ab der rechten Polemik zusätzliche Bühnen zu bieten. Es ist erklärtes Ziel der Neuen Rechten im Rahmen einer Wortergreifungsstrategie Diskurse für sich zu vereinnahmen, nach rechts zu verschieben und Menschen für sich zu gewinnen. Insbesondere die Vertreter_innen der AfD haben in den vergangenen Monaten wiederholt gezeigt, dass sie bewusst öffentlich provozieren, um die getätigten Aussagen im Nachhinein unter dem Deckmantel zu revidieren, dass “das ja alles gar nicht so gemeint gewesen wäre”. Wann immer mensch ihnen die Möglichkeit eröffnet das Wort zu ergreifen, werden sie dies nutzen um ihre menschenfeindlichen Thesen zu verbreiten. Auch eine geübte Moderation wird dies, so zeigen es die Erfahrungen der letzten Jahre, kaum oder gar nicht verhindern können. Werden die Podiumsdiskussionen durch die Junge Alternative zu genanntem Zweck instrumentalisiert oder zur Verbreitung herabwürdigender Beleidigungen genutzt, halten wir es uns offen die „Debatte“ gemeinsam zu beenden.
Wir fordern Euch daher auf eure Position zu überdenken und die Einladung der Jungen Alternative zurück zu nehmen.
Gezeichnet
Linksjugend [‘solid] Brandenburg
Grüne Jugend Brandenburg
Jusos Brandenburg