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Grüne Jugend Brandenburg
ökologisch, solidarisch, linksliberal
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Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung 2016

Lieber Bauernverband,
klar gibt es seit Ewigkeiten Nutztierhaltung. Aber damit Massentierhaltung und deren Auswirkungen wie Tierunwohl, Verstümmelungen und Gülleseen zu rechtfertigen ist uncool. Deshalb haben wir bei der BraLa gesagt: STOPPT MASSENTIERHALTUNG JETZT! Wir haben die agrarindustrielle Idylle der Eröffnungsveranstaltung mit MP Woidke, Minsiter Vogelsänger u. Landesbauernpräsident Wendorf ein wenig gestört! Kein Profit auf Kosten der Tiere!

https://www.facebook.com/rbb24.de/videos/1707850866158817/

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Offener Brief der Grünen Jugend Brandenburg an den Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft

Offener Brief der Aktivist*innen und des Landesvorstands der Grünen Jugend Brandenburg an den Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Sehr geehrter Herr Minister Vogelsänger,

nach unserer Protestaktion hatten wir leider aufgrund des Hausverbotes, welches uns nach der Aufnahme der Personalien erteilt wurde, nicht mehr die Möglichkeit, Ihrer Aufforderung nachzukommen, unsere Fragen zu stellen und uns „im Zuhören zu üben“. Daher möchten wir Sie in diesem Brief noch einmal bitten, uns und den Menschen, die der industriellen Landwirtschaft kritisch gegenüberstehen, zuzuhören.

Sie stimmten Herrn Wendorff zu, dass Sie den 1,9 Mio. weiteren Menschen ebenfalls verpflichtet seien, die das Volksbegehren nicht unterschrieben haben. Doch kein Mensch unterschrieb in einem vergleichbaren Volksbegehren für Massentierhaltung. Wir merkten bei unserer Arbeit für das Volksbegehren, dass viele Menschen deshalb nicht unterschreiben wollten, da Sie an der Wirksamkeit solcher Volksbegehren zweifelten und vor den hohen Hürden, die in Brandenburg immer noch für direkte Demokratie gelten, zurückschreckten. Außerdem leiden unter Massentierhaltung nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere, und das sind auch Lebewesen, die keine Stimme hatten.

Landwirte haben das Privileg, wie sonst niemand, in die Ökosysteme einzugreifen. Massentierhaltung ist nicht nur ein regionales Problem. Von ihr gehen hohe Nitrateinträge in Gewässer und resistente Bakterienstämme in das ganze Land aus. Der flächendeckende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere Glyphosat, reduziert die Biodiversität deutlich und zeichnet sich verantwortlich für biologische Kipppunkte, wie die deutliche Abnahme der Bienenpopulationen.

Wir bitten Sie eindringlich, die Position der Tierschutzbeauftragten nicht für Klientelpolitik zu nutzen und diese mit einer kompetenten, unabhängigen Person zu besetzen. Der letztendlich politisch zu beschließende Tierschutzplan darf keine neue Legitimationsgrundlage für eine Fortführung der aktuellen Agrarpolitik liefern, sondern muss einen grundlegenden Neuanfang einleiten. Wir fordern insbesondere klare Reduktionsvorgaben für den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Auch wenn Menschen unsere Bemühungen um Tierwohl nicht teilen, sind Sorgen um die menschliche Gesundheit prioritär vor günstigen, tierischen Lebensmitteln zu behandeln.

Bei diesem Volksbegehren hatten die Menschen, die global unter den Folgen der Landwirtschaft in Brandenburg und den Industriestaaten leiden keine Stimme. Das betrifft z.B. den massenhaften Sojaanbau in Südamerika für unser Tierfutter oder die Zerstörung der Landwirtschaft in Afrika durch billige EU-Exporte.

Wir sehen Sie, als Landwirtschaftsminister, in der Pflicht auch auf die weltweiten Probleme, die durch unsere Landwirtschaft entstehen, einzugehen und die Menschen hier darüber aufzuklären, dass unsere Landwirtschaft nicht nur uns betrifft.

Sorge bereitet uns für lokale Wertschöpfungsketten insbesondere das momentan diskutierte Freihandelsabkommen TTIP. Auch wenn es vielleicht ein wenig hoch gegriffen klingt, niemand weiß welche Regelungen diese äußerst intransparenten Verhandlungen hervorbringen werden. Diskutiert werden verschiedene Möglichkeiten von der Einschränkung der Rohmilchkäseproduktion bis zum Wegfall von Gütesiegeln für regionale Produkte. TTIP bedroht jahrhundertealte Landwirtschaftstraditionen zu vernichten.

Ja, Sie haben recht, Tierhaltung gehört seit Jahrtausenden zur Menschheit. Aber noch nie war es möglich, mehrere Zehntausend Tiere durch nur zwei Arbeitskräfte zu versorgen. Noch nie waren tierische Lebensmittel so wenig wert wie heute. Noch nie hat die Landwirtschaft weniger Länder so stark in die Ökosysteme der gesamten Welt eingegriffen!

Natürlich ist es uns bewusst, dass Plakate allein keine Agrarwende verursachen können, aber die breite Basis der Gesellschaft kann das und die bleibt durch uns mobil. Denn Wissenschaft und Ideen haben wir, was fehlt sind die Politiker, die die Bedingungen schaffen und die Landwirte, die es umsetzen!

Doch wir würden auch gerne auf Ihr Angebot eingehen und in einem Gespräch mit Ihnen über unsere Standpunkte diskutieren. Denn wie Sie gesagt haben, ist es wichtig sich gegenseitig zu zuhören!

Mit den besten Grüßen

Die Grüne Jugend Brandenburg