Brandenburg hat im Bereich von Ökologie- und Klimapolitik erheblichen Nachholbedarf. Das Bundesland hat den höchsten Pro-Kopfausstoß an CO2, was insbesondere mit der hohen Braunkohleverstromung zusammenhängt.

Her mit der Energiewende!

Die GRÜNE JUGEND Brandenburg spricht sich vehement gegen neue Tagebaue in der Lausitz aus. Diese würden die über 100-Jährige Zerstörung der einmaligen Kulturlandschaft fortsetzen. In Zeiten des globalen Klimawandels muss auch Brandenburg seinen Beitrag leisten. Wir wollen einen Braunkohleausstieg lieber heute als morgen. Neben dem Braunkohleabbau und seinen katastrophalen ökologischen Folgen besitzt Brandenburg mit dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde ein Kraftwerk, dass allein für 3 % des deutschen CO2-Ausstoßes verantwortlich ist. Wir treten dafür ein, dieses Kraftwerk ebenso wie das in Schwarze Pumpe schrittweise abzuschalten und so dieser Form der Energieerzeugung den Hahn abzudrehen. Brandenburg besitzt kein Atomkraftwerk, allerdings befindet sich nahe der Landesgrenze das geplante und völlig ungeeignete Endlager Gorleben. Für die GRÜNE JUGEND Brandenburg ist die Solidarität mit den EinwohnerInnen ebenso wie die sofortige Abschaltung von Atomkraftwerken selbstverständlich.
Auch ohne Braunkohle wird Brandenburg nicht im Chaos versinken. Schon heute wird ein erheblicher Teil durch Erneuerbare Energien, insbesondere durch Windkraft, bereitgestellt. Wir treten für einen Ausbau von Erneuerbaren Energien, insbesondere im Neubau und der Umrüstung von Windkraftanlagen, ein. Hier müssen allerdings Räume gefunden werden, wo diese Art der Stromerzeugung mit Siedlungsstrukturen und dem Naturschutz vereinbar ist. Des Weiteren wollen wir, dass BürgerInnensolaranlagen stärker gefördert werden, insbesondere dadurch, dass die Kommunen z. B. Dächer bereitstellen oder eine Anschubfinanzierung leisten.

Die Biomasse kann einen wichtigen Beitrag zu Energiewende leisten. Allerdings besteht hier die Gefahr der Erzeugung von Monokulturen und einem Einfallstor für Gentechnik. Um dies zu vermeiden, sprechen wir uns für eine Begrenzung der Hektarfläche zur Produktion von Biomasse aus. Darüber hinaus gilt: Bioenergie gehört nicht in den Tank.

Landwirtschaft - endlich biologisch!

Wir wollen eine Landwirtschaft, die ohne den Einsatz von chemischen Pestiziden und Insektiziden auskommt. Brandenburg soll Vorreiter werden und seine Produkte vor allem in biologischer Landwirtschaft erzeugen und konventionelle Landwirtschaft überwinden. Die GRÜNE JUGEND Brandenburg spricht sich gegen die Nutzung von Gentechnik aus. Gentechnik ist nicht innovativ und besitzt auch kein Potenzial zur Lösung der Hungerkrise auf der Welt, deren Ursachen größtenteils in der ungerechten Verteilung von Land, der Exportorientierung monokultureller biologischer Erzeugnisse der Entwicklungsländer sowie in der Subventionspolitik der EU liegen. Vielmehr zielt Gentechnik auf die Vernichtung der biologischen Vielfalt zugunsten der industriellen Saatgutindustrie ab.

Wir sprechen uns gegen Massentierhaltung aus. Diese erzeugt vielfältige ökologische Probleme, wie z. B. die Überdüngung von Feldern durch den in der Produktion entstehenden Abfall. Jedem Menschen steht es frei, Fleisch zu konsumieren oder dies nicht zu tun. Die GRÜNE JUGEND Brandenburg hält es allerdings, insbesondere auf Grund der dramatischen ökologischen Folgen, welche der Fleischkonsum verursacht, für besser, sich vegetarisch zu ernähren und bietet deswegen auf Veranstaltungen auch keinerlei Fleisch an.

Für eine andere Verkehrspolitik

Die GRÜNE JUGEND Brandenburg will Autos aus den Städten verbannen. Stattdessen wollen wir die Fahrradinfrastruktur verbessern, hier dienen insbesondere die Niederlande, aber auch die Städte Erlangen und Münster als Beispiele. Darüber hinaus treten wir für einen kostenlosen Nahverkehr ein. Dieses Projekt ist nicht utopisch, seine Finanzierbarkeit ergibt sich durch die Minimierung von Straßenschäden, gesundheitlicher Verbesserung wegen Abnahme von Feinstaub und der Reduzierung von Lärm sowie einer Belebung der Innenstädte.

Gerade aber im ländlichen Raum und dem Verdichtungsraum um Berlin gibt es noch Nachholbedarf in der Versorgung. Wir sprechen uns für einen S-Bahn-Anschluss für Falkensee und Velten aus. Sofern im Verdichtungsraum ein 40-Minutentakt besteht, ist dieser auf 20 Minuten zu reduzieren. Wir setzen uns dafür ein, dass ehemalige Regionalbahnlinien wieder bestellt werden.

Auch auf den Wasserstraßen muss es einen Umschwung geben. Wir lehnen den Havelausbau zugunsten größerer Schiffe ab, da dies ein ökologisch und ökonomisch sinnloses Projekt ist. Als Ziel muss sich gesetzt werden, Flüsse wieder in ihr natürliches Flussbett zu überführen. Dies stellt in vielen Fällen einen effektiven Schutz gegen Überschwemmungen dar.
Straßenbauprojekte, insbesondere auch der Bau von Umgehungsstraßen, sind auf ihre Sinnhaftigkeit zu prüfen. Ein Ausbau des Straßennetzes fördert kaum die regionale Entwicklung, Beton ersetzt keine dezentrale und sinnvolle Wirtschaftsförderung. Alleen müssen erhalten werden.

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