Deutsche Bahn AG
Regionalbüro Kommunikation Brandenburg
Caroline-Michaelis-Str. 5-11, Haus C
10115 Berlin
GRÜNE JUGEND Brandenburg und
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg
Landesgeschäftsstelle
Jägerstr. 18
14467 Potsdam
Potsdam, 20. November 2007
Sorbische Kultur (er)fahrbar machen – Einführung niedersorbischer Zugansagen im Süden Brandenburgs
Sehr geehrte Damen und Herren,
auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz am 10. November 2007 in Cottbus hat sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg auf Initiative der GRÜNEN JUGEND Brandenburg für die Einführung von niedersorbischen Zugansagen in der Niederlausitz ausgesprochen.
Um die Relevanz unseres Anliegens zum Ausdruck zu bringen, möchten wir Ihnen im Folgenden unsere Beweggründe für die Bedeutsamkeit einer solchen Maßnahme erläutern:
Neben den DänInnen und FriesInnen zählen die SorbInnen/WendInnen zu den drei in Deutschland anerkannten nationalen Minderheiten. In Brandenburg und Sachsen leben rund 60.000 SorbInnen und WendInnen. Seit dem Mittelalter bewahren sie ihre ethnische, sprachliche und kulturelle Identität, die vor allem den Süden Brandenburgs geprägt hat. In den Köpfen vieler Menschen existiert die Vorstellung einer toten Kultur, deren Sprache nur künstlich durch zweisprachige Schilder am Leben gehalten wird. Doch dem ist nicht so, denn:
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Kinder wachsen mit Sorbisch/Wendisch als Muttersprache auf
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auch nicht-sorbische/-wendische Kinder und Jugendliche lernen die Sprache in Kindergärten, Grund- und weiterführenden Schulen.
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sorbische und wendische Traditionen und Bräuche sind gesellschaftlich verankert.
Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg stellen niedersorbische Zugansagen eine Selbstverständlichkeit für ein Bundesland Brandenburg dar, welches mit Toleranz und Offenheit für sich werben will. Reisende sollen bereits während der Zugfahrt mit der niedersorbischen Sprache in Berührung kommen und die Eigenheiten der Region Niederlausitz kennenlernen dürfen.
Aus diesen Gründen plädieren wir für die Einführung niedersorbischer Zugansagen und hoffen, dass diese Idee bei der Deutschen Bahn auf Zustimmung trifft.
Wir würden uns freuen, wenn Sie unserer Bitte nach Prüfung zur Umsetzung dieser Maßnahme nachkämen und uns über weitere Schritte diesbezüglich benachrichtigten.
Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Brandenburger Presse und sorbische/wendische Verbände in der Niederlausitz weiter.
Mit freundlichen Grüßen,
SARAH BENKE, Sprecherin GRÜNE JUGEND Brandenburg
SKA KELLER, Landesvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg


Martin
5. Februar 2008 | 11:441
Ich find’s gut, dass sich da mal wieder jemand drum kümmert. Das Gebiet der zweisprachigen Bahnhofsbeschilderungen schrumpft ja auch gelegentlich, die sorbischen Hinweisseiten/Ortsnamen verschwinden aus den Fahrplänen und die niedersorbischen Schreibweisen sind mitunter fehlerhaft.
Und während der ZVON wenigstens ein obersorbisches Internetangebot unterhält, ist beim VBB tote Hose. Ganz zu schweigen davon, dass die öffentliche Hand bei der Ausschreibung/Bestellung von Nahverkehrsleistungen ja wohl eine Klausel über den Gebrauch der sorbischen Sprache in die Verträge schreiben könnte…
Sarah
24. November 2007 | 16:232
Hey Sascha,
danke für dein positives Feedback! Mal schauen, ob sich die Deutsche Bahn tatsächlich äußert - und wenn ja, auf welche Weise. Wir bleiben dran und halten alle Interessierten über die Homepage auf dem Laufenden!
Aktive Grüße,
Sarah
Sascha
24. November 2007 | 14:293
Toll! Weiteres Argument: Für Rundreisende wird es attraktiver in dieser Region spontan auszusteigen, Orte klingen für mich jedenfalls interessanter mit Doppelnamen. Bitte bleibt an der Sache dran, telefoniert den PressesprecherInnen hinterher und macht druckt. Oder Postkarten, die kosten ja nicht viel.
Dobry źeń!
Sascha