Das landesweite Volksbegehren “Keine neuen Tagebaue” läuft derzeit auf Hochtouren.

Die GRÜNE JUGEND Brandenburg hat jetzt, kurz vor Weihnachten, eine eigene Postkarte zum Thema aufgelegt, die wir in verschiedenen Orten verteilen und unter die Leute bringen wollen. Wir wünschen uns:

Bagger nur noch zum Spielen!

kartebagger-vorne.jpg

Und am liebsten:

KEINE NEUEN TAGEBAUE!

kartebagger-rueck.jpg

Bis zum 9. Februar kann sich jedeR volljährigeR BrandenburgerIn auf dem zuständigen Meldeamt in die amtliche Liste des Volksbegehrens eintragen. Ein gültiger Ausweis (Personalausweis, Reisepass oder Führerschein) darf nicht vergessen werden. Briefwahl ist leider nicht möglich! Nur Personen mit gravierender körperlicher Beeinträchtigung können Dritte mit der Unterschriftenabgabe beauftragen. Auskünfte dazu werden unter der Rufnummer 0331/237 001 43 erteilt.

Mehr Infos gibts auf www.keine-neuen-tagebaue.de

RSS Trackback URL Sarah | 19. Dezember 2008 (00:51)

Allgemeines

11 Kommentare

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  1. 1

    Liebe Annedore,

    natürlich wollen wir in erster Linie Menschen ansprechen, die das Volksbegehren mit ihrer Unterschrift unterstützen können (also mindestens 18-Jährige). Da wir jedoch ein Jugendverband sind, wollen wir auch auf Interessen und Bedürfnisse von Kinder und Jugendlichen aufmerksam machen.

    In der GRÜNEN JUGEND Brandenburg unterstützen viele Kinder und Jugendliche aktiv das Volksbegehren. Sie werben dafür, machen Aktionen und spenden ihr Taschengeld, obwohl sie selbst nicht stimmberechtigt sind. Deshalb weisen wir auf ihre (unsere) politische Meinung hin. Zugleich provozieren wir stimmberechtigte Erwachsene zum Weiterdenken, da sie bisher im Rahmen unterschiedlicher Kampagnen eben nicht auf die Bedürfnisse Minderjähriger aufmerksam gemacht worden sind.

    Letztlich sollte das Alter bei politischen Prozessen kein Kriterium zur Messung des politischen Sachverstandes sein, weshalb wir mit der Postkarte im Namen eines 8-Jährigen sprechen, was durchaus negative Kritik hervorrufen kann - aber genau sie muss es geben!

    Beste Grüße und frischen Wind im neuen Jahr,
    Sarah

  2. 2

    Liebe junggrüne Sarah,
    vielleicht willst Du mich unbedingt missverstehen - als grüne Erwachsene möchte ich euch ernst nehmen - sachlich und fundiert. Dass Kinder Bedürfnisse haben und politische Menschen sind wie Du und ich, entbehrt jeden Kommentars. Leider hast Du meine Fragen nicht beantwortet: Wen wollt ihr denn überhaupt ansprechen? Wen wollt ihr denn provozieren? - doch nicht mich als Insassin desselben grünen Stalls - oder doch? Mir ist nicht klar, an wen diese Karte gerichtet ist mit welchem Ziel? Wenn ich bisher richtig verstehe, wollt ihr mit der Karte junge Erwachsene zur Unterschrift für das Volksbegehren ermuntern oder liegt da schon ein Missverständnis vor?
    Beste Wünsche für gelungene Kampagnen in 2009 und viele grüne Grüße - Annedore

  3. 3

    @Tobias: Die indirekte Kritik an der Kommerzialisierung der Emotionen ist unsichtbar und ist damit auch keine Kritik mehr. Wenn ich die gleichen Mittel der Kommerzialisierung zur Satire benutze, dann muss man diese Mittel auch hemmungslos überzeichnen, damit der Empfänger auch wirklich etwas davon mitbekommt. Allgemein ist es sehr gefährlich Ironie in Werbung einzubauen, da man nicht weiß, wie die Leute darauf reagieren werden.

    Ich denke, dass Kinder es leichter haben sich an neue Orte zu gewöhnen, da sie im Normalfall noch nicht die Zeit dazu hatten, eine so starke emotionale Verbindung wie die Älteren aufzubauen. Natürlich ist es gefährlich so etwas zu behaupten, da eine emotionale Verbindung nicht mit Daten und Fakten beschrieben werden kann. Ich sehe nur mich selbst, der sich an seine Kindheit sehr gut erinnern kann, aber sie sicherlich auch an anderen Orten verlebt haben könnte.

    @Sabine: Ich kritisiere allein die Methode, Kinder klischeebedingt in Werbung einzuspannen. Manche finden das besonders süß oder toll, wenn ihre Kinder, solche Sätze wie die oben geschriebenen von sich geben. Ich finde es lächerlich, weil damit eigentlich gerade die Glaubwürdigkeit leidet.

    @Karin: Und was macht Michael zu schaffen?

    @Sarah: Ich nehme die Meinung jedes Kindes sehr ernst. Es ist nur sehr schwierig, Kinderklischees wie “achtjährige Jungs spielen mit Baggern” und gesellschaftskritische Aussagen wie “Bagger vernichten unsere Heimat und niemand unternimmt etwas dagegen” in einem Ausspruch wie oben durch einen Kinderkopf, der die Hälfte der Postkarte einnimmt, zusammengefasst zu sehen.

    Aus diesem Grund leidet die Glaubwürdigkeit des Kindes. Das wäre genauso als würde der Stereotyp eines Reichen mit Anzug und Mantel eine Schaufel in der Hand haben und einen Spatenstich ausführen; in der Sprechblase: “Jeder leistet seinen Beitrag”. Es hätte die gleiche Wirkung auf mich, wie dieses Bild.

    Ich bin absolut betroffen und würde mich auch darum kümmern, wenn ich nicht direkt betroffen wäre. Das hat aber absolut nichts mit der Werbung zu tun.

    @Werbeprofi: Die Postkasten spielen indirekt ebenfalls mit der Angst, nur machen sie den noch viel größeren Fehler: Sie verharmlosen die Angst. “Ach, es ist ja so witzig, dass sich Kinder zu Weihnachten keine neuen Tagebaue mehr wünschen. Den Leuten wird es schon nicht so schlecht gehen, wenn sie immer noch darüber lachen können, dass ihre Dörfer abgebaggert werden.” Das wären meine Gedanken, würde ich mit einem naiven Blick auf die Postkarten schauen. Emotional und menschlich kann man auch sein, indem man auf der einen Seite zeigt, wie ein altes Dorf in seiner Pracht aussieht und auf der anderen die Bagger zeigt, die das Dorf nach und nach zerstören.

  4. 4

    Liebe Annedore,

    unsere Mitglieder sind lediglich im Schnitt 14 bis 22 Jahre alt und einige haben bereits viel früher angefangen, politisch aktiv zu werden. Bei uns ist jedeR von 0 bis 27 willkommen, die/der mit uns gemeinsam Politik machen will.

    Dein Argument, dass beispielsweise einE 16-JährigeR “überzeugender” wirke als einE 8-JährigeR, bestätigt einmal mehr, dass “Erwachsene” sich Kindern und Jugendlichen gegenüber altersdiskriminierend verhalten. 8-Jährige haben doch ebenso Bedürfnisse und sollten sich mündig fühlen, sich eine politische Meinung bilden zu dürfen.

    Zudem zeigt deine Reaktion, dass unsere Provokation eindeutig wirkt. :-)
    Junggrüne Grüße,
    Sarah

  5. 5

    es geht doch nicht um eine diskussion um die sache selbst, sondern um die methode! wenn die grüne jugend aus 14 bis 22 jährigen besteht und diese altersgruppe als zielgruppe hat, weshalb sprecht ihr im namen eines 8 jährigen??? ich hätte besser gefunden einen menschen aus dieser altersgruppe auf die karte zu setzen ( die muss es ja irgendwo geben) - kommt authentischer und überzeugender als ein wasserblauaügiges liebes büblein! grüße von annedore

  6. 6

    Die Diskussion zeigt, dass es eben nicht ganz klar ist - wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Menschen ist.
    Fakt ist: Kinder und Tiere sind die erfolgreichsten Garanten um auf etwas aufmerksam zu machen. Fakten spielen (leider) selbst in der politischen Diskussion eine zurückgesetzte Rolle. Es sieht immer nur so aus, als ob Menschen über Fakten sprechen, reell gesehen sind es immer die Emotionen die uns entscheiden lassen.
    Warum die Menschen dann aktuell das Volksbegehren nicht unterschreiben gehen?
    Gute Frage - es liegt unter anderem auch daran, dass Vattenfall mit der Angst des Arbeitsplatzverlustes spielt! Auch die Betonung, dass nur die Braunkohle eine sichere Stromversorgung bietet, dies von der Landesregierung auch noch beschwört wird - spielen mit der Angst!
    Aus diesem Grund ist diese Postkarte genau der richtige Ansatz um diese schwierige Problematik an die Menschen heran zu tragen. Ohne mit der Angst zu spielen - denn die Fakten sprechen ja wieder leider für sich - es kann sich niemand wirklich sicher fühlen, der weiß dass unter seinem Haus Braunkohle liegt.

    Ich wünsche der Grünen Jugend viel Erfolg mit dieser Karte - damit könnt Ihr Eure Kreativität - auch gegenüber der “Mutter” Partei zeigen - die leider nicht immer diesen Mut und die Frische haben!

    Auf das “Michael” aus Kerkwitz die Menschen im Land Brandenburg aufrüttelt und sie nun unterschrieben gehen!

  7. 7

    Ich habe das Gefühl, dass bei politischen Diskussionen und Entscheidungen die Meinung von Kindern und Jugendlichen nicht Ernst genommen bzw. komplett unter den Tisch gekehrt wird, weil es sich ja um wichtige Entscheidungen handele, die nur Erwachsene treffen könnten. Was Kinder und Jugendliche zu sagen haben, scheint egal zu sein. Eben darauf kann die Karte - wenn auch in überspitzter und eindeutig provokanter Weise - aufmerksam machen.

    Und, um auf Henrys zweites Argument einzugehen: natürlich ist die Debatte um die Erschließung neuer Tagebaue eine höchst emotional geführte Diskussion. Ich finde es sehr ignorant und unsolidarisch von nicht unmittelbar betroffenen Menschen, wenn sie behaupten, das alles ginge sie nichts an und es interessiere sie nicht. Gerade jetzt muss doch die Chance eines Volksbegehrens - ein Instrument möglichst direkter Demokratie und Einflussnahme - genutzt werden, um sich mit den Betroffenen im eigenen Bundesland zu solidarisieren.

  8. 8

    Guten Tag Henry,
    Michael aus Atterwasch kann es nicht egal sein wo er spielt.
    Michael lebt in einer Familie, die um den Erhalt ihres Hauses und des Dorfes bzw. einer ganzen Region mit ihrer Geschichte kämpft! Das geht keineswegs spurlos an ihm vorbei.
    Mit freundlichem Gruß,
    Karin

  9. 9

    Hallo Henry,
    gerade die Menschen, die heute 8 Jahre jung sind, haben die Lasten des Braunkohleabbaus einmal mehr als andere zu tragen: sulfatverseuchtes Grund- und Trinkwasser, Dürre in Brandenburg, Verlust der Heimat.
    Wie viele Texte gibt es von Erwachsenen, die bedauern ihre Heimat nicht wieder zuerkennen: und dabei meinen sie Modernisierung, nicht Flutung oder Mondlandschaft!
    Gerade für Kinder setze ich mich mit dem Volksbegehren ein. Und meine beiden Jungs (12 und 10J.) sind schon hellwach und AUCH informiert.
    Beste Grüße, Sabine

  10. 10

    Hallo Henry,

    die Karten haben eine Doppelfunktion: einerseits für das Volksbegehren zu werben und andererseits auch eine (indirekte) Kritik an der Kommerzialisierung von Emotionen zu üben, weil die Karte eben ganz genau die Sachen, die du angebist aufnimmt und noch ein wenig überspitzt.

    Ich glaube indess aber nicht, dass es Kindern egal ist, wo sie spielen. JedeR hatte als Kind seine ganz persönlichen Ecken - klar könnten neue gefunden werden, aber so schöne? Mit dieser Argumentationsweise könnten auch alten Menschen die Abbaggerung als etwas tolles verkauft werden: Die Chance noch einmal etwas neues zu beginnen. Das Abwegen, welche der Interessengruppen am stärksten betroffen ist, fühlt meines Empfindens zu nichts.

    Darüber hinaus möchte ich auch darauf verweisen, dass das Volksbegehren selbst sehr informative Materialen als Kampagne produziert und diese Karten, um es einmal prägnanter zu formulieren, eben obenbenannten Doppelsinn haben.

    Viele Grüße,

    Tobias

  11. 11

    Je länger ich mir diese Postkarten ansehe, desto unsinniger finde ich sie. Kinder für Werbezwecke zu missbrauchen, hat zwei ganz große Nachteile: 1. Die Werbewelt ist total überflutet mit Kinderwerbung, was bedeutet, dass die meisten Menschen die Werbung einfach übersehen werden. 2. Es wird versucht den Menschen eher mit Emotionen, als mit Fakten zu locken und das ist meiner Meinung nach in einer Zeit, in der uns tausend verschiedene Organisationen täglich im Fernsehen doch dazu aufrufen zur Rettung der Welt beizutragen, einfach nicht mehr drin.

    Wenn man schon versucht gegen eine Sache zu werben, dann wäre es wesentlich interessanter die Folgen aufzuzeigen und die Problempunkte zusammenzufassen, anstatt auf die Tränendrüse zu drücken und Kinder mit einzuspannen. Den Kindern ist es letztendlich egal, wo sie spielen und egal, ob sie hier leben oder irgendwo anders. Es sind jedoch die Erwachsenen, die hier eine Geschichte haben und die hier ihr gesamtes Leben verbracht haben.

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