Zum letzten Schultag vor den Sommerferien, dem traditionellen Tag der Zeugnisvergabe, erklärt SARAH BENKE, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Brandenburg:

Sarah Benke

„Schluss mit willkürlicher Notenvergabe, die nur scheinbare Objektivität vorgaukelt! Zahlreiche Studien der letzten Jahre belegen, dass das Zustandekommen von Zeugnisnoten anhand subjektiver Kriterien erfolgt und deshalb äußerst kritisch betrachtet werden muss. Ziffernnoten machen keinerlei Aussagen über individuelle Lernerfolge und sind jedes Jahr aufs neue der Auslöser für die Stigmatisierung einzelner SchülerInnen. Sie erzeugen größte Ängste bei Kindern und Jugendlichen und sind die Ursache für sinnloses Sitzenbleiben und Abgeschultwerden.

Die GRÜNE JUGEND Brandenburg fordert eine sofortige Abschaffung der traditionellen Notenvergabe. Wir kritisieren das krampfhafte Festhalten an einer stupiden Praxis, welche die Bewertung von komplexen Lernerfolgen auf eine einzige Note innerhalb der Ziffernskala von 1 bis 6 beschränkt. Sie ignoriert den Anspruch auf individuelle Lernerfolgsbeurteilung und die Heterogenität von SchülerInnen in einer Lerngruppe.

Wir sehen in regelmäßig geführten Lerntagebüchern und Entwicklungsberichten eine adäquate und deutlich niveauvollere Alternative zu der herkömmlichen Notenvergabe. Wir befürworten das Verfahren, SchülerInnen in regelmäßigen Abständen über ihre Leistungsstände aufzuklären. Dies soll in Form von Lernentwicklungsgesprächen stattfinden, in denen individuelle Stärken und Schwächen besprochen werden.

Die GRÜNE JUGEND Brandenburg fordert alle SchülerInnen auf, die Praxis der Notenvergabe mit ihren LehrerInnen zu diskutieren und sich über die Ungerechtigkeit eines Verfahrens im Klaren zu werden, welches demotivierend und selektierend wirkt, sowie einen destruktiven Konkurrenzkampf fördert. Lasst die Zeugnisse fliegen und eure LehrerInnen nachsitzen!“

RSS Trackback URL Sarah | 15. Juli 2008 (08:00)

Pressemitteilungen

2 Kommentare

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  1. Frank Ludwig

    Frank Ludwig

    18. Juli 2008 | 01:10

    1

    Inwiefern wäre es für den weiteren Bildungsweg den von Vorteil, wenn sich nachfolgende Institutionen mit einem Dokumentenstapel auseinanderstetzen, anstatt relativ einfach an den erreichten Noten abzulesen, was der Schüler in der Lage war zu leisten?
    Ich verstehe Ihre Bedenken, was die Behandlung der Schüler in unserem wunderbar vereinfachten System anbelangt, jedoch habe auch ich vor kurzem mein Abitur abgeschlossen. Meine 3 zusätzlichen Jahre fanden auch mit der typischen Notenvergabe statt und wenn mir meine Lehrer erklärten warum ich eben nur eine 3 statt eine 2- bekam bin ich damit prima zurecht gekommen. Ich habe für das nächste Mal dazugelernt, wie es Grundschulkinder um einiges besser können in ihrem Entwicklungsstand! Ich denke da hapert es wohl eher an pädagogisch wertvollen Lehrerinnen und Lehrern!!

  2. 2

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