
Den heutigen Tag der MigrantInnen nehme ich zum Anlass, um über die menschenunwürdige Unterbringung von Flüchtlingen in Bahnsdorf (bei Cottbus) zu berichten.
Dort leben aufgrund der Sanierung des AsylbewerberInnenheims Sedlitz und dem damit nötig gemachten Umzug derzeit mehrere hundert Flüchtlinge isoliert mitten im Wald auf einem ehemaligen NVA-Gelände.
Warum das Lager auch “Dschungelcamp” genannt wird, kann aus den folgenden Schilderungen leicht nachvollzogen werden.
Laut The VOICE Refugee Forum ist das Flüchtlingslager Bahnsdorf
eine der Flüchtlingsunterkünfte, die nicht im geringsten den EU-Mindestnormen entsprechen.
Um zum überhaupt erst einmal zum Lager zu gelangen, ist ein langer Fußmarsch von etwa 30 Minuten durch den Wald erforderlich. Dort angekommen, fallen die erschütternden Zustände sofort ins Auge: viele der Flüchtlinge leben zu dritt oder viert in 14 m² großen Containern, Familien leben in kaum größeren Wohnungen auf dem Gelände. Alles in allem ist die Austattung mit gefängnisähnlichen Zuständen vergleichbar.
Die sanitären Einrichtungen in den Containern spotten jeder Beschreibung. Rechtliche Beratung und psychosoziale Unterstützung gibt es praktisch keine. Stattdessen werden die BewohnerInnen von der für ihr restriktives Vorgehen einschlägig bekannten Ausländerbehörde Senftenberg massiv unter Druck gesetzt. Zum Beispiel hat die Ausländerbehörde Senftenberg seit Beginn dieses Jahres so gut wie keine Erlaubnisse zum Verlassen des Landkreises mehr erteilt (‚Residenzpflicht’) – mit der (falschen) Begründung, dass dies im Rahmen des neuen Zuwanderungsgesetzes nur noch in absoluten Ausnahmefällen vorgesehen sei.
Jetzt, im Winter, funktionieren die Heizungen teilweise nur mangelhaft.

Auch die medizinische Versorgung wird ausgesprochen restriktiv gehandhabt: So werden etwa vom Facharzt verschriebene Einlagen für Schuhe nur nach nochmaliger Prüfung durch das Gesundheitsamt bezahlt. Zu guter Letzt werden die in Bahnsdorf lebenden Flüchtlinge bei ihrer Ankunft angehalten, eine Erklärung zu unterschreiben, wonach Sie keine Ansprüche geltend machen können, sollten sie durch alte Minen (sic) und andere militärische Hinterlassenschaften außerhalb des unmittelbaren Lagergeländes Schaden erleiden.
Nach diesen katastrophalen Schilderungen erscheint es als Gipfel der Dreistigkeit, ja als eine absolute Farce, dass der CDU-Landrat und das Verwaltungsgericht Cottbus die Zustände in Bahnsdorf für zumutbar halten. Da fehlen mir doch glatt die Worte.