Monthly Archives: November 2007

Erste Reaktion auf Offenen Brief

Unter dem Titel “Spricht die Bahn bald auch sorbisch?” veröffentlichte die Tageszeitung 20cent am 24./25.11.2007 einen Artikel, in dem sie unsere Forderung nach niedersorbischen Zugansagen publizierte:

Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert (48) sagt: “Wir machen die Ansagen in den Zügen ja teilweise auf Englisch – warum also nicht auch auf sorbisch?” Dem Vorstoß der Bündnisgrünen steht die Bahn prinzipiell offen gegenüber. Ahlert verweist auf die Ausschilderung an den Bahnhöfen und schiebt nach: “Wir nehmen das ernst.”

251 Bahnstation Spreewald 1Laut 20cent wolle die Bahn zumindest prüfen, ob sich die Forderung umsetzen ließe.
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Den Nutzen für sorbisch/wendische Zugreisende schätzt der Bahnsprecher jedoch gering ein: “Wer von hier kommt, kennt wohl doch die meisten Haltestellen.”

Immerhin zeigt sich in dieser ersten Reaktion, dass unser Anliegen durchaus auf Zustimmung trifft. Jetzt wollen wir aber wissen, wie ernst die Bahn die Prüfung unserer Forderung tatsächlich nimmt. Wir bleiben dran!

Einladung zum Seminar “Datenschutz” am 15. Dezember 2007 in der LGS

Hallo liebe Leute,

in diesem Monat beschloss der Bundestag die Vorratsdatenspeicherung. Damit wurde ein Gesetz gemacht, welches dem Staat erlaubt, “Verkehrsdaten” jeglicher Telekommunikation zum Zwecke der “Strafverfolgung” zu speichern. Davon betroffen sind die Verkehrsdaten von Telefonverbindungen, der Verbindungsaufbau mit dem Internet, der E-Mailverkehr, sowie Fax- und SMS-Nachrichten.

Das ist Grund genug für die GRÜNE JUGEND Brandenburg, ein Seminar zum Thema “Datenschutz” am 15. Dezember in unserer Landesgeschäftsstelle in Berlin durchzuführen, zu dem wir euch ganz herzlich einladen wollen.

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Jan Philipp Albrecht,
Bundesvorstandssprecher der GRÜNEN JUGEND, wird einen grundsätzlichen Überblick in seinem Vortrag zum Thema “Der Staat als Datenkrake – ePass, Vorratsdatenspeicherung, zentrale Steuernummer als Angriff auf die informelle Selbstbestimmung” geben. Als weiteren Gast haben wir eine VertreterIn des Chaos Computer Clubs eingeladen, welcheR ganz praktisch über die “digitale Verhütung” informieren wird – also das was jedeR konkret tun kann, um ihre/seine Privatsphäre zu schützen.

Nach dem politischen Teil wollen wir den Tag mit einer Weihnachtsfeier und einem Film am Abend ausklingen lassen. Dazu könnt ihr gerne etwas Gebäck mitbringen.

Zur besseren Organisation bitten wir euch um Anmeldung bis zum 13.12. unter tobias@gj-bb.de.

Viele Grüße,

Sarah, Julienne, Rieke, Tobias, Flo und Michel

Programm

10:00 – 11:00 Gemeinsames Frühstück

11:00 – 13:00 Jan Philipp
Albrecht, Sprecher der GRÜNEN JUGEND “Der Staat als Datenkrake – ePass, Vorratsdatenspeicherung, zentrale Steuernummer als Angriff auf die informelle Selbstbestimmung”

13:00 – 14:00 Mittagessen

14:00 – 16:00 VertreterIn vom Chaos Computer Club “Digitale Verhütung – Wie wehrt man sich praktisch gegen staatliche Eingriffe?” und “Nackig und Spaß dabei – Auswüchse und Folgen des Exhibitionismus im Web 2.0″

ab 16:00 Gemeinsame Weihnachtsfeier mit Abendbrot und Film

Offener Brief an die Deutsche Bahn

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Deutsche Bahn AG
Regionalbüro Kommunikation Brandenburg
Caroline-Michaelis-Str. 5-11, Haus C
10115 Berlin

GRÜNE JUGEND Brandenburg und
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg
Landesgeschäftsstelle
Jägerstr. 18
14467 Potsdam

Potsdam, 20. November 2007

 

Sorbische Kultur (er)fahrbar machen – Einführung niedersorbischer Zugansagen im Süden Brandenburgs strong>

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz am 10. November 2007 in Cottbus hat sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg auf Initiative der GRÜNEN JUGEND Brandenburg für die Einführung von niedersorbischen Zugansagen in der Niederlausitz ausgesprochen.

Um die Relevanz unseres Anliegens zum Ausdruck zu bringen, möchten wir Ihnen im Folgenden unsere Beweggründe für die Bedeutsamkeit einer solchen Maßnahme erläutern:

Neben den DänInnen und FriesInnen zählen die SorbInnen/WendInnen zu den drei in
Deutschland anerkannten nationalen Minderheiten. In Brandenburg und Sachsen leben rund 60.000 SorbInnen und WendInnen. Seit dem Mittelalter bewahren sie ihre ethnische, sprachliche und kulturelle Identität, die vor allem den Süden Brandenburgs geprägt hat. In den Köpfen vieler Menschen existiert die Vorstellung einer toten Kultur, deren Sprache nur künstlich durch zweisprachige Schilder am Leben gehalten wird. Doch dem ist nicht so, denn:

  • Kinder wachsen mit Sorbisch/Wendisch als Muttersprache auf

  • auch nicht-sorbische/-wendische Kinder und Jugendliche lernen die Sprache in Kindergärten, Grund- und weiterführenden Schulen.

  • sorbische und wendische Traditionen und Bräuche sind gesellschaftlich verankert.

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    Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg stellen niedersorbische Zugansagen eine Selbstverständlichkeit für ein Bundesland Brandenburg dar, welches mit Toleranz und Offenheit für sich werben will. Reisende sollen bereits während der Zugfahrt mit der niedersorbischen Sprache in Berührung kommen und die Eigenheiten der Region Niederlausitz kennenlernen dürfen.

    Aus diesen Gründen plädieren wir für die Einführung niedersorbischer Zugansagen und hoffen, dass diese Idee bei der Deutschen Bahn auf Zustimmung trifft.

    Wir würden uns freuen, wenn Sie unserer Bitte nach Prüfung zur Umsetzung dieser Maßnahme nachkämen und uns über weitere Schritte diesbezüglich benachrichtigten.

    Eine Kopie dieses
    Schreibens leiten wir an die Brandenburger Presse und sorbische/wendische Verbände in der Niederlausitz weiter.

     

    Mit freundlichen Grüßen,

    SARAH BENKE, Sprecherin GRÜNE JUGEND Brandenburg

    SKA KELLER, Landesvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg

LDK-Beschluss online

Die Beschlüsse der Landesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am vergangenen Wochenende sind nun auch online einsehbar. Hier gelangt ihr zu den gesammelten Beschlüssen und hier zum Beschluss über die Einführung von niedersorbischen Zugansagen, der auf Antrag der GRÜNEN JUGEND Brandenburg gefasst worden ist.

PM 07/07 GRÜNE JUGEND erfolgreich auf LDK

sarah-ldk-cb.jpg Die GRÜNE JUGEND Brandenburg zieht ein positives Fazit der am Samstag beendeten Landesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Neben dem einstimmigen Beschluss des Antrags „Sorbische Kultur (er)fahrbar machen“, der die Einführung niedersorbischer Zugansagen im Süden Brandenburgs fordert, wurde ihr Mitglied Ska Keller zur Landesvorsitzenden gewählt.

„Wir freuen uns über die breite Zustimmung zu unserem Antrag. Dies zeigt, dass Anliegen der GRÜNEN JUGEND in der Partei ernst genommen werden“, erklärte SARAH BENKE, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Brandenburg. In Zukunft wolle die Jugendorganisation ihre Inhalte noch stärker in die Partei tragen. Gerade die anstehenden Kommunalwahlen im Herbst 2008 seien hierfür ein Ansporn, so BENKE weiter.

„Insbesondere freut uns, dass mit Ska Keller ein Mitglied der GRÜNEN
JUGEND zur neuen Landesvorsitzenden gewählt worden ist. Wir hoffen, dass die GRÜNE JUGEND dadurch noch größere Aufmerksamkeit findet.“

PM 06/07 Sorbische Kultur (er)fahrbar machen

GRÜNE JUGEND Brandenburg will niedersorbische Kultur (er)fahrbar machen

Sarah BenkeAuf der Landesdeligiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg am 09. und10.11. in Cottbus wird die GRÜNE JUGEND Brandenburg einen Antrag einbringen, in dem sie niedersorbische Zugansagen in der Niederlausitz fordert.

„Für uns stellen niedersorbische Zugansagen eine Selbstverständlichkeit für ein Bundesland Brandenburg dar, welches mit Toleranz und Offenheit für sich werben will“, erklärte SARAH BENKE, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Brandenburg.

Reisende sollten bereits während der Zugfahrt mit der niedersorbischen Sprache in Berührung kommen und die Eigenheiten der Region Niederlausitz
kennenlernen dürfen, so die Begründung des Antrages. In den Köpfen vieler Menschen existiere leider die Vorstellung einer toten Kultur, deren Sprache nur künstlich am Leben gehalten werde.

„In Brandenburg wachsen Kinder mit Niedersorbisch als Muttersprache auf, ebenso sind sorbische Traditionen und Bräuche gesellschaftlich verankert. Wir wollen die sorbische Kultur jetzt auch für Reisende erfahrbar machen“, so BENKE abschließend.

Zwischennutzung von Häusern legalisieren!

Hinterhof in Warszawa (Polen)Am vergangenen Wochenende fand unter dem Motto “Gemeinsam frei leben” der 29. Bundeskongress (BuKo) der GRÜNEN JUGEND in Würzburg statt.

An dieser Stelle muss unbedingt der Antrag “Zwischennutzung von Häusern legalisieren!” vorgestellt werden, der von Tobias (Schatzmeister der GRÜNEN JUGEND Brandenburg) und Johannes (GRÜNE JUGEND Thüringen) auf engagierte Weise eingebracht wurde. In dem Antrag heißt es:

Eigentum sollte immer auch zum Vorteil des Gemeinwohls eingesetzt werden.
Schon im Grundgesetz §14 (2) ist festgelegt: “Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.” EigentümerInnen, die Häuser verwaisen lassen, zeigen ein vermindertes Interesse an ihrem Eigentum. Leerstand widerspricht dem Wohle der Allgemeinheit.

Aus dieser Feststellung leiten die Antragsteller ab, dass Zwischennutzung von Häusern dem Wohle der Allgemeinheit dienen könne:

Viele Häuser, die von ZwischennutzerInnen in Anspruch genommen werden, dienen der Entwicklung von sozialen oder alternativen Lebensweisen, Projekten und Kultur. So wird alternativer Kultur ein Raum gegeben, in dem sie sich entfalten kann. Besetzte Häuser haben oftmals auch ein politisches Anliegen, das sie durch sehr starke und vor allem langfristige Arbeit gegen Rassismus & Sexismus, aber auch zu Umweltthemen in der Öffentlichkeit vertreten.

Damit längerfristige Projekte in besetzten Häusern möglich werden und den ZwischennutzerInnen Planungssicherheit
verschafft werden kann, wird eine Staffelung des Nutzungsrechts nach Leerstandsjahren vorgeschlagen:Blauer Stuhl (Berlin)

Sollte ein Haus bereits drei Jahre leer stehen, kann das Haus für 1 Jahr zwischengenutzt werden. Nach 5 Jahren ist eine Nutzung für 2 Jahre möglich. Bei 10 Jahren Leerstand verbirgt der/die EigentümerIn ein Nutzungsrecht für 5 Jahre. Bei einer steigenden Anzahl an Leerstandsjahren zeigt der/die EigentümerIn ein gesteigertes Desinteresse an dem Gebäude, weshalb die steigenden Zeiten der Zwischennutzng gerechtfertigt sind.

Um dem Argument der Wertminderung besetzter Häuser zu entgehen, haben die Antragsteller deutliche Regeln zur Zwischennutzung veranschlagt:

Mit der Legalisierung von
Zwischennutzungen sind die ZwischennutzerInnen dazu verpflichtet, sanitäre Mindestmaßstäbe einzuhalten, also die Versorgung mit Strom und Wasser herzustellen. Bei der jetzigen Rechtslage zieht eine Zwischennutzung oft auch Straftaten wie das “Entziehen elektrischer Energie” nach sich. Das Haus muss auf dem baulichen Niveau gehalten werden, welches es besaß, als die Zwischennutzung begann. Um diesen Sachverhalt zu überprüfen, sollten MitarbeiterInnen der Baubehörden in periodischen Abständen das Haus begehen.

Der Antrag von Tobias und Johannes konnte sich einem absolut rückschrittigen Gegenantrag widersetzen und wurde nach einem für ihn sprechenden Meinungsbild mit großer Mehrheit angenommen. Damit spricht sich die GRÜNE JUGEND dafür aus, alternativer Kultur einen Raum zu geben, in dem sie sich entfalten kann.